"Andi einmal anders"

Einbandgestaltung: Sabine Saage-Pickel

Zeichnungen: Toni Traschitzker

Leicht hat er’s nicht ...

... der fünfzehnjährige Andi aus Österreich: Seit fast einem Jahr besucht er ein Gymnasium in Deutschland. Wegen seiner  ulkigen Mundart ist er zu einem Außenseiter geworden. Aber das will er nicht bleiben! Er findet eine ungewöhnliche Lösung – durch einen Jux im "Rummel", der Lieblingsdiskothek seiner Mitschüler. Andi weiß nicht, dass sich dort zwielichtige Gestalten herumtreiben...

Für Jugendliche ab 13 Jahren! 137 Seiten, Euro 12,30 (sFr 22,–)

ISBN 3-920780-64-7

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Andi-Titelbild

Auch in Blindenschrift erhältlich! Nähere Auskünfte unter "Kontakt"  auf der Seite http://www.bbi.at/deutsch/verlag.htm

Leseprobe

Auszug aus dem 15. Kapitel („Noch ein Abenteuer?“)

 

Andi und sein neuer Freund Gustav versuchen Rolf, einen verdächtigen Angestellten in der Diskothek "Rummel", zu fotografieren.  Der darf davon nichts merken; und falls er doch dahinterkommt, dann soll er Andi, den Fotografen, auf keinen Fall wiedererkennen...

     Andi überquerte langsam die Tanzfläche, setzte sich und sah sich ängstlich um. Von den wenigen Gästen schien ihn außer Gustav niemand zu beachten. Rolf hatte ihn nicht bemerkt. Er unterhielt sich noch immer mit der Langbeinigen.

     Andi umklammerte den Fotoapparat mit beiden Händen, führte ihn vors Gesicht und schaute durch den Sucher. Rolf tauchte im Bildausschnitt auf – aber viel zu klein!

     Wie war das mit dem Zoomen? Grüne Taste drücken? Andi tat es.

     Der Antrieb surrte leise, Rolf wurde immer größer.

     Das ging ja wunderbar!

     Plötzlich machte die Langbeinige eine Bewegung zur Seite, sodass sie Rolf teilweise verdeckte.

     „Treapn, bleede!“, dachte Andi. Er nahm die Kamera vom Gesicht weg und wartete.

     War den anderen Leuten aufgefallen, dass er zu fotografieren versucht hatte?

     Andi blickte sich wieder um. Als er zu dem Mann am Ecktisch hinspähte, wandte der sich ruckartig seinem Bierglas zu.

     Hilfe suchend schaute Andi zu Gustav. Der nickte und deutete heimlich auf Rolf. Da rückte Andi seinen Stuhl ein Stück zur Seite und sah neuerlich durch den Sucher.

     Jetzt musste es gehen – die Langbeinige stand nicht mehr im Weg!

     Andis Finger bebten, obwohl er die Ellbogen auf dem Tisch aufstützte. Verfluchtes Gezitter!

     Andi atmete tief durch, dann hielt er die Luft an. Rolf füllte jetzt das gesamte Bild aus – von der Gürtellinie bis zum Haarschopf! Er schien geradewegs in die Kamera zu starren. Das Blitzlicht zuckte auf – und im selben Augenblick trat Rolf zur Seite.

     Verflixt! Hatte Andi zu spät auf den Auslöser gedrückt?

     Hastig nahm er die Kamera vom Gesicht. Ein paar von den Gästen schauten zu ihm her. Sie mussten den Blitz bemerkt haben. Rolf hatte ihn bemerkt – mit bedrohlicher Miene kam er schnurstracks auf Andi zugesteuert.

     Was nun?

     Andi riss die Kamera hoch. Ein Blick durch den Sucher, ein Druck auf den Auslöser, noch ein Blitz – und damit war’s vorbei. Ein drittes Foto würde Rolf nicht zulassen ...

     „Was hast du hier herumzuknipsen?!“, fuhr er Andi an. „Her da mit dem Ding!“

     Er streckte seinen Arm nach dem Fotoapparat aus. Andi wich zurück.

     „Der g’hört nicht mir!“, rief er in einer putzigen Mischung aus Hochsprache und Mundart. Rolf scherte sich nicht darum und griff noch einmal zu.

     „Her damit, sag’ ich!“

Bild: Andi und Rolf

     Andi schnellte hoch. Er versuchte zu entwischen, doch Rolf riss ihn am linken Arm zurück und fasste nach der Kamera. Da machte Andi es so wie damals mit dem Bärtigen vor dem „Rummel“: Knallhart wie ein geübter Fußballer trat er zu, und Rolf bekam am Schienbein die Spitze eines weißen Damenschuhs zu spüren.

      Alle wandten ihre Gesichter dem brüllenden Kellner zu, alle wurden Zeugen, wie ein schwarz gelocktes Mädchen mit Rüschenbluse und Stufenrock durch den Ausgang verschwand.

So viele Zeugen und womöglich kein brauchbares Foto – Andi muss sich auf allerlei gefasst machen ...

 

Bild: Kommissar Etzmann

Zeichnung aus dem 18. Kapitel:

"Keine Angst vor Etzmann"

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