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"Die Liesl
ist blöd!", ...
... schreit
Ossi, der große Frechdachs, vor der ganzen Klasse. Liesl
kann nämlich nicht gut lesen. Ossi verpasst ihr deshalb
sogar einen Spitznamen: Liesl Lies. Alle lachen Liesl
aus. Klar, dass die Leselixen eingreifen müssen ...
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Leseprobe
Ausschnitt aus
dem Kapitel: "Ein Mantel und ein Nachthemd"
Ein unheimlicher
Traum macht Liesl schwer zu schaffen.
Der
Teppich war glücklicherweise so weich, dass Liesl sich nicht weh
tat. Verwirrt rappelte sie sich auf, tappte im Finstern nach dem
Schalter der Nachttischlampe und machte Licht.
Na so was! Die Leselixen hatten sie aus dem Bett gezaubert. So
ein blöder Traum!
Oder doch nicht?
„Liesl, üb!“, klang es Liesl noch immer in den Ohren. Sie setzte
sich aufs Bett und dachte nach. Plötzlich stand sie auf, lief zu
ihrer Schultasche und holte sich das Lesebuch.
Was wollte sie mitten in der Nacht mit dem Lesebuch?
Na was wohl? – Lesen üben!
Schon schlug sie das Buch auf und fing zu blättern an. Auf
einmal zögerte sie.
Sollte sie wirklich mitten in der Nacht lesen üben? Ihre
Mitschüler lachten sie bestimmt aus, wenn sie das
erfuhren!
Seufzend legte Liesl das Buch aufs Nachtkästchen und knipste
die Lampe aus.
„Liesl, üb!“, krächzte eine leise Stimme.
Liesl zuckte zusammen und hob den Kopf. Im Halbdunkel stand
jemand bei der Schlafzimmertür.
„Mutti, bist du da?“, fragte Liesl.
Die Gestalt bei der Tür war eher klein, also konnte sie nicht
die Mutter sein. Außerdem
hatte die Mutter keine langen, struppigen Haare ...
Erschrocken hielt Liesl den Atem an. Die Gestalt bei der Tür
streckte den Arm aus – einen langen, dünnen Arm – und drückte
auf den Lichtschalter. Die Zimmerlampe leuchtete auf – und ihr
Licht überschwemmte ein merkwürdiges Wesen: dünn, beinahe dürr,
mit schmalem Gesicht, kleinen Augen und spitzem Kinn. Ein paar
Strähnen des struppigen Blondhaars schimmerten grünlich, einige
bläulich. Die Gestalt steckte in einem schwarzen,
glockenförmigen Mantel, der statt Knöpfen einen langen,
silbernen Reißverschluss hatte. Schwarze Stiefel ergänzten die
Kleidung des nächtlichen Besuchers.
„W-wer bist denn du?“, stotterte Liesl. Mit einer Stimme,
von der man schwer sagen konnte, ob sie eher für ein altes
Männlein oder ein altes Weiblein passte, antwortete die Gestalt:
„H-Tebasile Redelies.“ Die erste Silbe hörte sich so an, als
wollte die fremde Gestalt irgend etwas weghauchen.
„W-wie war das?“, stammelte Liesl.
„Hhhh-Tebasile Redelies“, wiederholte die Gestalt deutlicher.
„Bist du ... eine
Leselixe?“, fragte Liesl.
„H-Tebasile Redelies“, wiederholte die Gestalt und nickte. „Nur
keine Angst!“
„Kannst du zaubern?“, rutschte es Liesl heraus.
Die Leselixe lachte leise – es hörte sich wie das Meckern einer
Ziege an –, danach entgegnete sie: „Ich will dir helfen.“
„Helfen?“, wiederholte Liesl verblüfft. Sie überlegte kurz, dann
sprudelte sie heraus: „Kannst du zaubern, dass ich besser lesen
kann?“
Liesl merkt
gleich: Ganz so einfach geht das mit dem Lesen nicht - obwohl
die Leselixe zaubern kann. Außerdem scheint sie von Liesl mehr
zu wollen...

H-Tebasile Redelies
Zeichnung von Toni
Traschitzker
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Toni Traschitzker
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