Umschlaggestaltung und Zeichnungen von Toni Traschitzker
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Keine Angst vor fremden Dialekten ... ... kennt die elfjährige Mieke aus Deutschland bei ihrem ersten Urlaub in Österreich – und das ist gut so! Mieke und ihre Brüder Jan und Benny brauchen nämlich die Hilfe des einheimischen Mädchens Murli, um rätselhafte Vorgänge im Hotel „Seehof“ zu klären. Eine spannende Feriengeschichte aus Kärnten Für Kinder ab 11 Jahren! 137 Seiten, Euro 12,30 (sFr 22,–) ISBN: 978-3-939862-00-0) Bestellungen: Im Buchhandel oder bei Frick Verlag |
Leseprobe
(Ausschnitt aus dem Kapitel "Blitzgespenster")
Jan schlief wie ein Murmeltier, er brauchte anscheinend kein Zaubermittel gegen Blitzangst. Mieke hingegen war noch immer wach. Unruhig wälzte sie sich im ungewohnt weichen Bett hin und her. Schließlich stand sie auf, schnappte sich eine von ihren drei Blitzangstpralinen, die bereits ausgewickelt auf dem Nachtkästchen lagen, und steckte sie sich in den Mund. Dann schlich sie, ohne das Licht einzuschalten, kauend zur Tür hinaus. Sie wollte zu ihren Eltern, die mit Benny im nächsten Zimmer schliefen falls sie schlafen konnten.
Nein, da bewegte sich etwas!
War es wirklich ein Mensch? Oder nur ein langer Sack, der vom Dach herunterhing und im Wind hin und her schwankte?
Es bewegte sich wieder aber anders als der sturmgeschüttelte Busch schräg gegenüber! Es war ein Mensch! Eine lange, hagere Gestalt!
Mieke musste an den schwarzhaarigen Burschen denken, der mit Herrn Ennetmoser zum Bahnhof gekommen war, um beim Koffertragen zu helfen. Lungerte der so spät nachts im Freien herum?
Es sah so aus, als hielte sich die Gestalt da unten etwas vors Gesicht. Mieke konnte jedoch keine Einzelheiten erkennen.
Wieder flammte ein Blitz auf. Für einen Augenblick glaubte Mieke, die Gestalt bei der Tür wäre mit einem hellen Anzug und einem Hut bekleidet. Dann wars wohl nicht der Schwarzhaarige ...
Ein grässlicher Donnerschlag riss Mieke aus ihren Überlegungen. Die Scheibe klirrte leise, der Boden bebte, die Gangbeleuchtung flackerte. Vor Schreck ließ Mieke das Fensterbrett los. Gut zehn Sekunden lang hallte der Donner nach geradeso als würde er immer wieder zwischen den hohen Bergen hin und her geworfen.
Mieke!, rief eine gedämpfte Stimme.
Erschrocken drehte sich Mieke um.
Jan kam angeschlichen. Was treibst du bei dem Fenster?
Ich hab hinausgeschaut ... dort unten steht einer.
Wo?
Bei der Tür!
Wo denn?
Dort ... verflixt, er ist weg. Mieke biss sich verlegen auf die Unterlippe.
Jan ist davon überzeugt, dass sich seine jüngere Schwester aus Angst getäuscht hat. Aber das stimmt nicht.
Zeichnung aus dem 12. Kapitel: "Schlangen-Umweg"