Toni Traschitzker: Ein Sonett für
Autowahn
(Frei nach dem Sonett „Eitelkeit"
von Andreas Gryphius, 1616 — 1664)
Du siehst, wohin du siehst, des Autos Bann auf Erden.
Wo dieser heut’ noch geht, fährt jener morgen nur.
Wo jetzt noch Blumen steh’n, zieht bald sich eine Spur,
wo unaufhaltsam, stolz die Autos rasen werden.
Was jetzt noch "Wiese" heißt — mit nüchternen Gebärden
wird’s umgewidmet bald — zu Straße, Parkplatz pur.
Nichts ist, was stoppen kann den Raubbau an Natur.
Man himmelt Autos an. Was helfen die Beschwerden?
Der Treibstoff aller Welt wird einst zu Ende geh’n.
Kann der bequeme Mensch dann immer noch besteh’n?
Ach, nur was schnell und laut, das will er heute schätzen.
Er fühlt sich göttergleich, wenn er beim Lenkrad thront,
mit seines Fahrzeugs Gift nicht Wald, nicht Flur verschont.
Muss das, was heil einst war, der Mensch so sehr verletzen?
Zum Buch "Störfi, der Autojäger"