Druck, Zeichnungen und Einband von Toni Traschitzker
211 Seiten, DIN-A5
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" Streitesel ... " schimpft Dieter über die Nachbarskinder. Zum Glück findet er in seinem neuen Mitschüler Schorschi Sonnleitner endlich einen richtigen Freund. Schorschis Freund zu sein bedeutet aber, die Lammersdorfer Bande als Feinde zu haben. Um mit denen fertig zu werden, muss man entweder so stark wie Schorschis Bruder Walter sein oder so eine Mama wie Schorschi haben. Die greift notfalls auch in eine Steckenballschlacht ein im Unterschied zu Schorschis Papa! Der nimmt sich weniger Zeit für seine Sprösslinge, er hat ja eine Menge Arbeit. Sogar an Feiertagen! Das kommt Dieter verdächtig vor. Während eines harmlosen Spiels wird alles klar: An Dieters Verdacht ist etwas Wahres dran ... |
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Leseprobe
(Ausschnitt aus dem 25. Kapitel: "Wie bei Vati ...")
Schorschi biss sich auf die Lippen. Er war kreidebleich geworden und wünschte sich nur noch, dass da unten endlich irgendwer das Fenster schließen möge; und nachdem jemand die Schlafzimmertür zugeknallt hatte und alles verstummt war, kam ihm das wie eine Erlösung vor.
"Mensch ... Schorschi", flüsterte Dieter, und nach einer kurzen Pause fügte er hinzu: "Wie bei Vati ..."
"Was?" Schorschi starrte ihn zitternd an.
"So hats bei meinem Vati auch angefangen", murmelte Dieter, ohne seinen Freund anzusehen.
"Du spinnst ja!", erwiderte Schorschi hastig.
Unten im Hof wurde plötzlich die Wagentür aufgerissen und gleich wieder zugeschlagen. Wenige Sekunden später heulte der Motor auf, dann brauste das Fahrzeug ungewöhnlich laut und schnell durch das Gartentor hinaus, bog in den Leitenweg ein und raste in Richtung Stadt davon.
Schorschi und Dieter horchten angestrengt in ihrem Versteck, doch im Haus rührte sich nichts mehr.
"Weg hier!", zischte Schorschi.
Mit schlotternden Gliedern stiegen sie über die Leiter hinunter. Was sie belauscht hatten, erschien ihnen so unheimlich, so unfassbar, dass sie nicht wussten, was sie einander sagen sollten, als sie draußen im Freien standen. Schorschis Hand zitterte noch, als er hinter sich das Schuppentor zuzog. Im selben Augenblick kam Walter, der bei einem Schulfreund gewesen war, mit seinem Rad durchs Gartentor. Er schwang sich vom Sattel, winkte seinem Bruder zu und rief: "He, Schorschi! Was hat Papa heut für ein Affentempo drauf? Er muss wohl seine Pläne im Büro vergessen haben, haha!"
Schorschi entgegnete nichts. Walter lehnte das Fahrrad an die Wand und verschwand ahnungslos im Haus.
Dieter und Schorschi guckten einander ratlos an.
"Sagst du ihm etwas?", fragte Dieter.
Schorschi zuckte mit den Schultern. "Ich weiß nicht. Die Mama wirds wohl selber tun ..."
Betreten standen sie da und starrten vor sich hin.
"Was machen wir jetzt?", fragte Dieter beklommen. Sein Freund zuckte abermals mit den Schultern.
Plötzlich wurde es beim Gartentor laut: Angelika, Fini und Hubsi kehrten zurück.
"Nichts verraten!", wisperte Schorschi.
Hubsi und Fini rannten aufgeregt herbei, Angelika schlenderte hinterdrein.
"He, wo habt ihr euch so gut versteckt?", wollte Hubsi wissen.
"Ihr seid wohl aufs Schuppendach geklettert!", vermutete Fini.
"Schon möglich", brummte Schorschi, ohne seine Geschwister anzusehen.
"Los, Hubsi, du bist noch einmal mit dem Suchen dran!", forderte Angelika ihren kleinen Bruder auf.
"Aber diesmal zähl ich nur bis zwölfzehn!", entgegnete er.
"Ich spiele nicht mehr mit", sagte Dieter.
"Wieso?" Fini guckte ihn erstaunt an.
"Mir ... mir ist ein bisschen schwindlig." Dieter schaute verlegen zu Boden. "Ich glaub, ich fahr lieber heim ..."
"Ah! Ihr seid also wirklich auf dem Schuppendach herumgeklettert, ihr Banditen! Oder?" Angelika lachte.
Dieter und Schorschi widersprachen nicht. Sollte Angelika doch glauben, was sie wollte ¾ wenn sie nur nicht weiterfragte ...
Dieter verabschiedete sich, ging zu seinem Rad und fuhr langsam los.
"Was hat er denn?", hörte er Fini sagen, als er durchs Gartentor rollte. Er drehte sich nicht um und war froh, dass ihn niemand zurückrief.
Dieter ahnt Schlimmes — und merkt bald, dass er seinen Freunden helfen müsste. Aber wie?
Zeichnung aus dem 8. Kapitel: "Rutschball und Fern-Fernsehen")
Weiterer Auszug aus dem Buch "Die Steckenballbande"
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