Umschlaggestaltung und Zeichnungen von Toni Traschitzker
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Was wird aus einem, der zum dritten Mal bei der Führerscheinprüfung durchgefallen ist??? Schlimmstenfalls
ein Autohasser, so wie Störfi, der Held dieser Geschichte. Im Kampf gegen
"Blechkübel", "Krawallmaschinen" und
"Autofahrerpartei" wirkt er ein bisschen wie Don Quijote: Er steht
auf hoffnungslosem Posten. Im Unterschied zu dem alten Rittersmann hat Störfi
nicht einmal einen Sancho Pansa zur Seite – er bleibt ein Einzelkämpfer. Als
er wider Erwarten Gleichgesinnte zu finden scheint, ist er bereits ins Visier
einer Automafia geraten ... Ein heiteres Buch
für Fußgänger,
Umweltfreunde, Weltverbesserer... 117 Seiten, Euro 12,30 (sFr 22,–), ISBN: 978-3-939862-03-1 Bestellungen: Frick Verlag |
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(Ausschnitt aus dem 1. Kapitel)
Den ersten Streit mit einem Autolenker
erlebte Störfi vor einem geschlossenen Bahnschranken.
Dort wies ein Schild darauf hin, dass die Fahrer beim Warten – „der Luft
zuliebe“ – den Motor abstellen sollten. Drei Wägen hatten bereits angehalten –
keiner ihrer Besitzer achtete auf das Schild. Ein schwacher Wind trieb die
Auspuffgase vor sich her und nebelte Störfi damit ein. Auf einmal hörte der
Lenker des ersten Wagens ein heftiges Klopfen gegen die seitliche
Fensterscheibe. Er wandte sich ihr zu und entdeckte ein gerötetes, rundliches
Gesicht mit einem dunklen Schnurrbart und finster zusammengezogenen Brauen.
Verwirrt kurbelte der Fahrer die Scheibe nach unten.
„Was ist los?“
„Stellen Sie den verdammten Motor ab!!!“
„Hä???“
„Den Motor sollen Sie abstellen! Haben Sie
nicht das Schild gesehen? Der Gestank ist ja nicht mehr auszuhalten?“
„Gehen Sie zur Seite, Sie behindern den
Verkehr! Die Straßenmitte ist kein Platz für Fußgänger!“
„Ein Fußgänger ist genauso ein
Verkehrsteilnehmer wie ein aufgeblasener ...“
Störfis ungehobelter Belehrungsversuch
ging im Lärm des vorbeidonnernden Güterzugs unter. Als sich der Schranken hob,
stieg der Lenker aufs Gaspedal, dass der Motor aufheulte. Es hätte nicht viel
gefehlt, und das Automobil hätte Störfis Füße um ein paar Schuhnummern verbreitert.
Einige Straßen weiter lauerte abermals
Ärger. Störfi schaffte es nicht, die Fahrbahn zu überqueren. Jedes Mal, wenn er
einen Fuß über die Gehsteigkante setzte, kam einer von den „Blechkübeln“
angerast, sodass Störfi seinen Fuß fluchtartig zurückziehen musste. Das sah
geradeso aus, als würde er am Straßenrand einen neumodischenTanzschritt
einstudieren: Fuß nach vorn – Fuß zurück; Fuß nach vorn – Fuß zurück; und immer
artig mit dem Oberkörper mitgewippt ...
Endlich wurde Störfi die Wipperei zu bunt,
er trat entschlossen zwei Schritte auf die Straße. Schon brauste das nächste
Fahrzeug daher. Der Lenker hatte anscheinend wenig Lust zum Bremsen. Störfi
zwang ihn dazu. Anstatt sich auf den gegenüberliegenden Gehsteig zu retten,
blieb er mitten auf der Straße stehen, wandte sich dem Wagen zu und stemmte die
Arme in die Hüften ...
Als Störfi wieder zu sich kam, lag er in
der Unfallabteilung des städtischen Krankenhauses.
Kein Wunder! Wie sollte so ein Männlein
wie er der Wucht eines Automobils mit achtzig oder hundert Pferdestärken
standhalten können?
Nur keine Missverständnisse – der Wagen
hatte Störfi verschont; aber nicht der Lenker! Nach einer mustergültigen
Notbremsung war er fuchsteufelswild aus dem Fahrzeug gesprungen, um die
Schlagkraft seiner Fäuste an Störfi auszulassen. Das war ein Schock – ein
„Trauma“, wie die Seelenforscher sagen würden. Störfi – noch vor kurzem voll
Hoffnung, bald selbst Besitzer eines Automobils zu sein – hatte jetzt nur noch
eins im Sinn: Er wollte es den Autofahrern „zeigen“ ...
¶
Gleich nach der Entlassung aus dem
Krankenhaus meldete sich Störfi zu einem Lehrgang für Selbstverteidigung an.
Das half ihm reichlich wenig bei der nächsten Kraftprobe – einer
Auseinandersetzung mit seinem Arbeitgeber. Der war nämlich davon überzeugt,
dass ein Mann, der auf offener Straße einen „skandalverdächtigen Unfug“ trieb,
dem Ansehen der Firma schade. „Verrückte können wir nicht brauchen“, meinte er
trocken.
„Die Verrückten, das sind in diesem Fall die Autofahrer! Die spinnen alle!“, versetzte Störfi. Wenige Augenblicke später „durfte“ er sich „als entlassen betrachten“. Nebenbei bemerkt: Sein Chef war leidenschaftlicher Autofahrer.
Zeichnung zum Kapitel 6: "Sieben auf einen Streich"
Weitere Leseprobe aus "Störfi, der Autojäger": 5. Kapitel: "Unter Bunten"
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