Ein Gedicht zum Trost für alle,

die während ihres Urlaubs zu Hause bleiben müssen

 

 

Ach, wie sind die Leut’ von heut’

so beschäftigt jederzeit

und wie freuet man sich dann,

wenn man Urlaub machen kann ¾

wie zum Beispiel jener Mann

mit dem Namen Hinkeschwan.

Oh, er sparte doch so sehr

für eine Reise an das Meer!

 

 

In aller Früh fährt er schon los

mit Sommerhemd und kurzer Hos’,

und glücklich kommt Herr Hinkeschwan

in seinem Feriendorf an.

Dort sucht er sich ein Zimmer gleich,

doch da Herr Hinkeschwan nicht reich,

ist sein Gesicht bedauernswert,

als er vom Wirt den Preis erfährt.

Das Zimmer aber ist recht schön,

hinaus zum Meere kann man seh’n.

"Ich nehm’s!", spricht Hinkeschwan zum Wirt.

 

 

Um zwölf Uhr mittag wird serviert

das Essen, eine Festmahlzeit!

Wie sich Herr Hinkeschwan da freut

und mit Spaghetti stopft den Magen!

Doch leider kann er’s nicht vertragen.

Es wird ihm schlecht, dem armen Tropf,

und obendrein brummt ihm der Kopf.

Der Tag, der wird im Bett verbracht,

obwohl die Sonne draußen lacht.

 

 

Verflogen sind am nächsten Morgen

Hinkeschwanens Magensorgen.

Er kramt hervor die Badesachen,

will auf den Weg zum Srand sich machen ¾

hu! Da packt ihn jäh das Grausen ¾

regnen tut’s in Strömen draußen!

"So was!", denkt Herr Hinkeschwan.

"Wie sich das Wetter ändern kann ..."

Und wieder muss er drinnen bleiben,

mit Langeweil’ die Zeit vertreiben.

 

 

Es regnet Tage ¾ eins ¾ zwei ¾ drei ...

die Urlaubswoche ist vorbei.

Der letzte Tage ist sonnenklar,

genauso wie’s der erste war.

Um ihn zu nützen, frisch und munter,

eilt Hinkeschwan zum Strand hinunter,

irrt dort hin und irrt dort her ¾

er findet nirgendwo das Meer.

Es tummeln sich in großer Zahl

hier Sommergäste ¾ überall.

Nicht ein Plätzchen ist noch frei!

Entsetzt denkt Hinkeschwan: "O mei ..."

 

 

Mit trübem, weinerlichem Blick

kehrt in sein Zimmer er zurück.

"Was ist das hier bloß für ein Graus?"

denkt er enttäuscht, fährt gleich nach Haus’;

und auf der Heimfahrt denkt er noch:

"Verpatzter Urlaub ¾ ahnt’ ich’s doch.

Ach Gott sei Dank, nun ist er aus,

denn ¾ am schönsten ist’s zu Haus’!"

 

 

 
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