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Leserfragen beantwortert von Dr. Thomas Shepherd

Gute Frage - Dr. Thomas Shepherd

Geburt Jesu - Jungfrau Maria


Lieber Dr. Tom: Glauben Sie, dass Jesus von der Jungfrau Maria in einem Stall in Bethlehem geboren wurde und für unsere Sünden starb? – Neugierig in Chicago


Liebe/r Neugierige/r: Die kurze Antwort ist nein. Was Sie beschrieben haben, ist das Ergebnis von Mythenbildung durch die Kirche des ersten Jahrhunderts. Wie ich in meinem Buch Jesus 2.1: An Upgrade for the 21st Century (Unity Books, 2010) geschrieben habe, wissen wir sehr wenig über das Leben von Jesus, und was wir wissen, ist gefärbt von dem Bedürfnis, Wundertaten und übernatürliche Zeichen der Macht vorzuzeigen. Diese waren die Visitenkarten von Wundertätern sowohl in der griechischen als auch in der jüdischen Kultur. Wer möchte schon einem Typ folgen, der bei seinen Eltern wohnte, bis er 30 war? Und doch ist das anscheinend, was wir übrig behalten, wenn ganze Schichten des Geschichtenerzählens „abgeschält“ werden.

Meine beste Vermutung ist, dass der historische Jesus in Galiläa aufwuchs und bis zum Alter von 30 Jahren mit seinem Vater als Hausbauer in der Nähe von Nazareth arbeitete. Dann tauchte er am Fluss Jordan auf, um von Johannes getauft zu werden; er war wahrscheinlich ein Jünger des wildäugigen Täufers. Als Nächstes versammelte Jesus Anhänger um sich und reiste etwa drei Jahre lang als wandernder Heiler-Lehrer durchs Land. Er kam am Pessachfest nach Jerusalem, ging auf die Geldwechsler los wie Elia auf die Baalpriester und wurde von den Römern als Aufständischer festgenommen. Nach einem Schnellprozess ordnete Pontius Pilatus seine Kreuzigung an. Sie warfen den Körper höchstwahrscheinlich in ein gewöhnliches Grab. Ende der Geschichte. Der Vorfall gerät in Vergessenheit.

Aber seine Anhänger begannen fortgesetzten Kontakt mit ihm zu erleben – Visionen, Träume, körperliche Manifestationen oder eine Kombination davon. Die Jünger gruppierten sich neu, machten eine theologische Analyse von dem, was geschehen war, und entschieden, Jesus habe bei seiner Mission nicht versagt. Tatsächlich hätte er die ganze Zeit über beabsichtigt, als ein Opfer für die Sünden der Welt zu sterben. Innerhalb weniger Jahrhunderte hatte das Christentum das römische Reich von innen heraus besiegt. Das sind die „nackten Knochen“ dessen, was wir über Jesus wissen. Der Rest ist wahrscheinlich Legende.

Ich liebe all die Geschichten, weil die Wunder und Mythen uns sagen, wie sehr die frühe Kirche ihren Meister-Lehrer verehrte. Sterne, die Weise leiten, Engelchöre, die Hirten zu Seiner Geburtsstätte führen – was macht es schon aus, ob das geschichtlich korrekt ist?

Die Bilder wirken auf vielen Ebenen; der poetische Mythos vom ersten Weihnachten sagt uns mehr über Jesus und die Göttliche Gegenwart und Macht im Kosmos, als es eine Nachrichtensendung je könnte. Weihnachten ist sowohl ein heiliger Tag als auch ein fröhlicher Feiertag. Mystik trifft auf Optimismus. Freude der ganzen Welt, der Herr ist gekommen, und trotz aller Anzeichen hat Gott alles unter Kontrolle.


Abgedruckt in der JA-Zeitschrift 11/12/2014

Aus „Unity Magazine“ November/Dezember 2012

 

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